Vermieten auf Zeit: An Monteure oder Feriengäste bevorzugt?

Erstellt am: 11. Februar 2022
Vermieten auf Zeit

Wer ist Ihr Traummieter? Gibt es da überhaupt Unterschiede, vor allem wenn Sie Kurzzeitvermietungen anbieten? Wer eine Ferienwohnung oder Monteurwohnung bzw. ein Gästezimmer tageweise, wochenweise oder anderweitig für begrenzte Zeit anbietet, weiß vor allem zwei Dinge: die Unterkunft muss kontinuierlich beworben werden, um Leerstand zu vermeiden und zweitens gibt es immer mal saisonbedingte Ausfälle. Wer auf eine einzige Personengruppe setzt, kann sich einerseits optimal positionieren und die Wohnung oder das Zimmer für diese Zielgruppe einrichten. Doch man ist eben auch mehr Risiken ohne Plan B ausgesetzt.

Monteure und andere Personen im Arbeitseinsatz, die eine Wohnmöglichkeit auf Zeit benötigen, haben andere Bedürfnisse, als Urlauber und Erholungsreisende. Sollten Sie sich auf eine dieser Gruppen mehr fokussieren?

Unterschiede bei der üblichen Ausstattung

Ein Unterschied macht sich bei der Ausstattung und Einrichtung der Ferienwohnung/Monteurwohnung bzw. Zimmer bemerkbar. Touristen haben durchaus häufig andere Bedürfnisse und Schwerpunkte als beruflich Reisende.

Das Bett: Ferienwohnungen bieten in der Regel auch Doppelbetten (Ehebetten) an sowie Schlafgelegenheiten für Kinder. Privatsphäre ist wichtig. Klassische Monteurzimmer hingegen haben in der Regel ein Einzelbett und oftmals gar mehrere Einzelbetten in einem Zimmer.

Küche, Waschmaschine & Co.: Feriengäste und Monteure erwarten heute in einer Ferienwohnung stets eine eingerichtete Küche und auch eine Waschmaschine. Dennoch kann man davon ausgehen, dass beruflich Reisende die Kochgelegenheit inklusive aller Utensilien eher als essentielles Kriterium und Must-have betrachten, als Touristen. Zudem sind Feriengäste häufig über einen kürzen Zeitraum in der Wohnung und werden daher weniger häufig Waschmaschine & Co. benötigen – oder wollen es auch gar nicht. Urlaub ist schließlich Urlaub.

Vor- und Nachteile Feriengäste

Vorteile der Vermietung als Ferienwohnung:

  • je nachdem ggf. mit weniger Ausstattung zufrieden
  • sind oftmals bereit, mehr für Extras zu zahlen
  • viel unterwegs
  • manche Touristen erwarten „nur“ Frühstück und gehen täglich essen
  • zu Ferienzeiten/Feiertagen höhere Einnahmen

Nachteile der Vermietung als Ferienwohnung:

  • Party
  • je nach Lage und Zeit – ggf. mehr Aufenthalt in der Ferienwohnung
  • Kinder? Freunde? mit dabei oder zu Besuch?
  • kürzere Mietdauer
  • hohe Ansprüche an Stil, Chic, Wellness-Faktor, moderne Einrichtung
  • weniger Personen in einer Wohnung
  • Kurztrip

Vor- und Nachteile Monteure bzw. Berufsreisende

Vorteile der Vermietung als Monteurzimmer:

  • längere Mietdauer
  • weniger Betreuungs- und Serviceaufwand
  • weniger Mietwechsel
  • meist alleinstehend (zumindest in dieser Wohnung)
  • weniger Wechsel von Bettwäsche, etc., weniger Belegwechsel, weniger Endreinigung
  • tagsüber auf Arbeit
  • brauchen unter der Woche ihren Schlaf, Parties sind meist nicht die Priorität
  • mehr Mieteinnahmen, wenn sich mehrere Personen ein Zimmer und eine Wohnung teilen

Nachteile der Vermietung als Monteurzimmer:

  • erwarten praktische Ausstattung und Wohnqualität
  • fühlen sich ggf. weniger als „Gast“
  • Abnutzung

ggf. Störungen durch frühes Verlassen des Hauses, ungewöhnlichere Zeiten fürs Duschen, etc.

Entscheidungshilfe für die Positionierung

Es ist immer schwierig, sich als Anbieter von Zimmern oder Ferienwohnungen oder Monteurunterkünften in verschiedenen Richtungen zu positionieren. Wollen Sie als beste Ferienpension vor Ort gelten oder als zuverlässige und zuvorkommende Vermieter an Monteure, Pendler und Wochenendheimfahrer? Können Sie wirklich zweigleisig fahren?

Bei Ihrer Entscheidungsfindung und wenn Sie sich fragen, welchen Schwerpunkt Sie setzen sollten: Richten Sie sich nach der Nachfrage speziell an Ihrem Wohnort. Schätzen Sie Ihre Immobilie realistisch ein. Wie viele Personen können und wollen Sie unterbringen? Wie häufig wollen Sie vermieten? Wollen Sie mehr auf Ambiente mit Erholungsfaktor setzen oder mehr auf praktische Vermietung zum Alltagswohnen?

Ständig wechselnde Feriengäste bedeuten viel Aufwand und höhere Ansprüche. Dafür können Sie ggf. mit höheren Einnahmen rechnen. Nur „gegebenenfalls“, denn – es hängt stark von Ihrer Ausrichtung ab und wie Sie Ihre Immobilie anbieten, also praktisch von Ihrem Geschäftsmodell. Ein einzelner Monteur in Ihrer Ferienwohnung, der über drei Monate mietet bringt womöglich weniger Einnahmen als Feriengäste im gleichen Zeitraum. Dies ändert sich aber schnell außerhalb der Saison – sowie wenn Sie mehrere Personen in der gleichen Ferienwohnung unterbringen können. Wenn Sie eine Ferienwohnung an ein Paar vermieten, so erhalten Sie kaum mehr Einnahmen, als bei einer Einzelperson. Wenn Sie aber Betten einzeln an vier Monteure in der gleichen Wohnung vermieten, kann die Rechnung zu Ihren Gunsten ausfallen. Und Sie vermeiden Tage, an denen die Wohnung gar nicht vermietet wäre.

Werbung für Feriengäste, Vermietung an Monteure?

Pensionen, Hotels und Privatpersonen richten sich häufig bei ihrem Image an Feriengäste oder gehobenere beruflich Reisende – jedoch fehlt selten ein Konzept für die Vermietung an Handwerksbetriebe und Unternehmen, welche Arbeitern eine Unterkunft für die Dauer des Arbeitseinsatzes bereitstellen. Viele Privatpersonen vermieten Monteurzimmer und Monteurwohnungen ebenso wie an Studenten, Pendler, Außendienstmitarbeiter, ... – und eben Urlauber. Auch Jugendherbergen und Hostels versuchen eine möglichst breite Personengruppe anzusprechen.

Für Sie als Vermieter fallen Feriengäste und Monteure bzw. Pendler gleichermaßen unter Vermietung auf Zeit. Falls Sie als Privatvermieter bislang nur eine Einliegerwohnung auf Zeit an Monteure, Praktikanten, usw. vermietet haben, würde sich am meisten etwas ändern, wenn Sie beschließen, nun auch an Feriengäste zu vermieten und diesen mehr Serviceleistungen zu bieten (Frühstück, Reinigungsservice, Bettwäscheservice, etc.), da dies ihren Status als Privatvermieter gefährden kann. Es ist aber einfach, sicher zu stellen, ob Sie damit zum Gewerbetreibenden werden.

Feriengäste – die anspruchsvollen Miete

Repräsentativer muss es eher bei Ferienunterkünften aussehen – nicht zuletzt auch deshalb, weil Urlauber sich den Ort ihrer Ferienunterkunft frei aussuchen können. Feriengäste wollen heute oftmals keine Standardeinrichtung wie Zuhause, sondern etwas Besonderes und einen Hauch von Luxus.

Schlechte Bewertungen und Beschwerden gibt es von Feriengästen schnell. Auch, weil die Erwartungen an die schönste Zeit des Jahres sehr hoch sein können – Vorfreude hat die Bilder im Kopf und die Vorstellungen von der Ferienunterkunft sehr bunt werden lassen. Air BnB zum Beispiel hat schon lange festgestellt, dass Ferienwohnungen mit dem gewissen Extra und schöner Deko viel besser gehen – selbst wenn die Ausstattung maximal gleichwertig mit durchschnittlich aussehenden Ferienwohnungen ist.

Monteure kommen mit praktischen Anforderungen

Dieser kosmetischen Herausforderung muss man sich bei der Vermietung von Monteurzimmern weniger stellen, sondern vielmehr dem Praxistest: Ob privates Haus oder gewerblicher Beherbungsbetrieb wie Pensionen, Hotels, Hostels ... Monteurzimmer werden gerne über Monate hinweg vermietet. Monteure wollen auch eine gut eingerichtete, ordentliche Unterkunft, sie wissen aber, dass die Unterkunft alltagstaublich sein muss – und sie haben oftmals keine große Auswahl, wenn das Hauptkriterium die unmittelbare Nähe zum Arbeitsort ist. Zudem werden beruflich bedingte Unterkünfte auf Zeit häufig vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt und entsprechend gebucht, die Gäste von Monteurzimmern haben häufig gar kein Mitspracherecht und müssen nehmen, was innerhalb des Budgets des Arbeitsgebers geboten wird.

Auch traditionelle Gästehäuser und Jugendherbergen, mit einzelnen Zimmer oder auch mit mehreren Betten in einem Zimmer und geteiltem Bad, Gemeinschaftsküche und geteilter Waschmaschine können als Monteurunterkunft gut mithalten. So, wie auch bei Budget-Reisenden, Backpackern und preisbewussten Familien. Auch in Schlafsälen in der Jugendherberge ist es heute Standard, dass Bettwäsche und Handtücher gestellt werden, bei Pensionen, Gästehäusern und Hotels erwarten Urlauber und beruflich Reisende dies sowieso.

Heizung, abschließbares Bad, Hygiene, Sicherheitsausstattung sind ohnehin vorgeschrieben. Internet und TV gibt es überall. Muss man darauf hinweisen, dass es bei mehreren Personen in einer Wohnung oder im Gästehaus bzw. der Jugendherberge bei Einzelzimmern die Möglichkeit geben sollte, dieses abzuschließen und dass es auch Schließfächer bei größeren Gemeinschaftsunterkünften geben sollte? Hoffentlich nicht.

Schlussendlich ist es Ihrem persönlichen Geschmack überlassen

Unterschiede bei der Ausstattung für Feriengäste oder Monteure sind häufig eher dekorativer Art. Für Mieter könnten sich Unterschiede im Alltagstest bemerkbar machen: wer ein Zimmer oder eine Ferienwohnung als Monteurwohnung praktisch nutzen möchte, braucht eher leere Schränke, um seinen Kram unterbringen zu können. Hingegen sollten sämtliche Koch- und Haushaltsutensilien vorhanden sein. Deko stört ggf. mehr, als dass sie nutzt.

Urlauber hingegen bringen nicht so viel privaten Besitz mit und wollen eher Ambiente und Gemütlichkeit. Monteure brauchen ggf. einen größeren Kühlschrank als Urlauber – aber alles ist stets auch stark von der Person abhängig. Manche mieten die Ferienwohnung eben auch gerade eben wegen der Küche, nicht nur, um unabhängiger zu sein und ggf. Geld zu sparen.

Viele Urlauber mögen es genießen, im Urlaub gut essen zu gehen – Personen auf Arbeitseinsätzen haben von Restaurantbesuchen oder gar vom Imbiss schnell genug, garantiert. Auch, wenn die Verpflegung steuerlich absetzbar ist oder ohnehin vom Arbeitgeber übernommen wird – hier sind Grenzen gesetzt und solide Hausmannskost wissen gerade Arbeitende zu schätzen. Monteure sind dabei anspruchslose Selbstversorger, Feriengäste hingegen mögen Service erwarten oder zumindest einen Ansprechpartner. Worauf wollen Sie setzen und was möchten Sie persönlich leisten?

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